Der lange Schatten von Tschernobyl
|
Mit der Reaktorkatastrophe in Japan ist auch die Belastung von Wildbret durch radioaktive Substanzen wieder aktuell geworden. Denn seit Tschernobyl müssen wir mit einer solchen Belastung von Wildfleisch leben. Zur Erinnerung: Eine Wolke von radioaktiver Strahlung breitete sich 1986 nach dem Reaktorunfall in der Ukraine über Südbayern aus. Der darauffolgende Regen hat vor allem Cäsium 137 in unsere Böden eingewaschen. Das radioaktive Cäsium 137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren, das heißt, 30 Jahre nach dem GAU wurde erst die Hälfte aller Atome des belasteten Stoffes zerfallen. |
|
![]() |
Das Cäsium-137 hat sich auch im Wald angereichert. Über den Boden gelangte es mit dem Saftfluss in die Pflanzen. Bei lebenden Pflanzen geht nur wenig Cäsium verloren, über die fallenden Blätter und Nadeln aber gelangt das radioaktive Cs-137 in den Kreislauf der Natur. |
|
Generell gilt: Frischlinge sind höher belastet als Überläufer und Überläufer sind höher belastet als Bachen und Keiler. |
![]() |
![]() |
Wie hoch die Belastung von Wildfleisch ist, lässt sich heute mit einem Radio-Cäsium-Messgerät leicht und schnell feststellen. Deshalb hat der Landesjagdverband jetzt in den Kreisgruppen 64 dezentrale Radio-Cäsium-Messstationen eingerichtet und die Anschaffung solcher Messgeräte in den Kreisgruppen großzügig gefördert. Die Messergebnisse werden von den Messstationen gesammelt und beim Landesjagdverband ausgewertet.
|
Wo steht das Cäsium -Messgerät?Das Messgerät des Münchner Jägervereins e.V. steht beim Tiergesundheitsdienst Bayern in Grub. Wer ist der Ansprechpartner beim TGD?Ansprechpartner ist Dr. Armin Gangl, Tel. 089-9091-0 oder 311 |
· |
|
|
Wann sollte man das Wildfleisch messen?
|
Was kostet die Messung?Für Mitglieder des Münchner Jägervereins ist die Messung kostenlos. Jäger aus anderen Vereinen und Kreisgruppen zahlen einen Unkostenbeitrag von € 6,-- an den TGD. Was passiert, wenn das Fleisch belastet ist?Wildschweine, deren Cäsium Grenzwert über 600 Bq liebt dürfen nicht mehr in den Verkehr gebracht werden und müssen über die Tierkörperverwertungsanlage entsorgt werden. |
|





